Auteur : phehn
Deus lo vult - Gott will es . Mit diesem Ruf warfen sich die "Soldaten Christi" in die Schlachten der Kreuzzüge. Ein Krieg im Namen Gottes, der unzählige Opfer forderte und dessen trauriges Ende nur Hass, Gewalt und Zerstörung waren. Dieser Misbrauch der Religion und des göttlichen Willens ist schwer nachvollziehbar, um so mehr als nur wenige in Europa das Ende der Kreuzzüge bedauerten. Schließlich brachte der Kontakt mit den Kulturen des Islams und mit Byzanz viel Neues nach Europa. Daraus ergibt sich die heikle Frage : Sind die Kreuzzüge ein Kulturkampf oder ein kultureller Gewinn ?
Von Kampf der Kulturen kann insofern die Rede sein, als zwei Kulturkreise aufeinander prallten, zwei konkurrierende Gottesvorstellungen, die kein Verständnis füreinander aufbringen konnten.
Der Kulturtransfer ist ein Dialog der Kulturen, eine Faszination, die ein Land auf das andere ausübt. Während der Kreuzzüge war es vor allem der Orient der einen beträchtlichen Einfluss auf die abendländische Kultur ausübte.
Zur Definition :
Unter Kreuzzüge versteht man Kriegszüge des christlichen Abendlandes zur Eroberung des Heiligen Landes und zur Befreiung Jerusalems : "Anlass für die Kreuzzugsbewegung war die Eroberung Jerusalems und damit des Grabes Christi durch die türkischen Seldschuken (1070). Papst Urban II. rief daraufhin auf der Synode zu Clermont-Ferrand 1095 zum Krieg gegen die Ungläubigen auf".
Überblick über die sieben Kreuzzüge :
1. Kreuzzug (1096-1099) : Eroberung Jerusalems nach einem grausamen Blutbad unter der jüdischen und muslimischen Bevölkerung ;
2. Kreuzzug (1147-1149) : Edessa sollte bei diesem Kreuzzug zurückerobert werden, doch mussten die Heere König Ludwigs VII. von Frankreich, der Stauferkönig Konrad III. und Roger II. von Sizilien eine empfindliche Niederlage hinnehmen.
3. Kreuzzug (1189-1192) : Friedrich I. Barbarossa, der französische König Philipp II. Augustus und der englische König Richard I. Löwenherz ziehen los, nachdem Jerusalem von Sultan Saladin erobert worden war.
4. Kreuzzug (1202-1204) : erreichte nicht das Heilige Land. Statt dessen wurde u.a. Konstantinopel ausgeraubt und niedergebrannt.
5. Kreuzzug (1228-1229) : Friedrich II. erlangt durch Verhandlungen die Stadt Jerusalem und krönt suich selbst zum König von Jerusalem.
6. Kreuzzug (1248-1254) : Der französische König Ludwig IX. zieht mit seinen Heeren nach Ägypten und scheitert mit seinem Kreuzzug.
7. Kreuzzug (1278) : Wiederum zieht Ludwig IX los, dieses Mal nach Tunis, verstirbt jedoch frühzeitig.
Interessante Links zum Thema :
http://www.frank-welker.de/Kreuzzuege/
http://www.blinde-kuh.de/ritter/kreuzzuege.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug
Ingmar Bergman : Das siebente Siegel (1957)
Ein Kreuzritter und sein bodenständiger Knappe kommen nach Jahren in ihre Heimat zurück. Das Land ist von der Pest verwüstet. Ständig den Tod vor Augen fühlen sich die Bewohner nicht mehr den alten Sozialordnungen verpflichtet. Während die einen sich selbst geißelnd durch das Land ziehen und zu Reue und Buße aufrufen, versuchen die anderen ihr Leben zu genießen solange sie noch können.
Auf dem Weg in sein heimatliches Schloss begegnet dem Ritter der Tod. Er überredet ihn zu einer letzten Schachpartie, um einen kurzen Aufschub zu bekommen. Vor seinem Ende will er noch eine große Frage klären : Die nach der Existenz Gottes.
Ridley Scott : Königreich der Himmel - Kingdom of Heaven
Balian (ORLANDO BLOOM), ein einfacher Schmied, hat Frau und Kind verloren und darüber beinahe auch seinen Glauben. Der Religions-Krieg, der im fernen Heiligen Land brennt, scheint ihm weit entfernt. Dennoch wird er in die Ereignisse dieses immensen Dramas hineingezogen. Inmitten des Prunks und der Intrigen des mittelalterlichen Jerusalems verliebt er sich, wächst zu einem Führer heran und setzt am Ende all seinen Mut und seine Fähigkeiten ein, um die Stadt in aussichtsloser Lage zu verteidigen.
Peter Milger : Die Kreuzzüge. Krieg im Namen Gottes
In 10 Kapiteln wird die Geschichte der Kreuzzüge erzählt. Dabei kommen die Augenzeugen ausführlich zu Wort : Drastisch schildern sie Alltägliches und Unglaubliches, berichten von Begierden und bitterer Not, von Heldentum und Verbrechen, von Hingabe und blutigem Gemetzel. In Zwischenkapiteln werden die historischen und politischen Hintergründe erläutert.
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